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Friendly reminder: Grüner Grundkonsens

Bild von Pixabay: Creative Commons CC0

„Auch eine grün gepolte Ökonomie, deren wesentlicher Antrieb Gewinn, Konkurrenzfähigkeit und westlich-technologische Rationalität sind, deklariert sich zwar als Bearbeitung der ökologischen oder gar der multiplen Krise, wird aber die Naturbeherrschung und damit -zerstörung erhöhen.“ (Ulrich Brand, 2012).

Die ausufernde Vollpflasterung der Landschaft mit Windanlagen kann nicht der Weg in eine nachhaltige Gesellschaft sein. Wir werden mit ein bisschen grünem Anstrich der Industrie eine Zerstörung unserer Lebensgrundlage nicht verhindern. Dazu braucht es den Dreizack der Nachhaltigkeit: Die technische Effizienzkomponente muss durch eine konsistente cradle-to-cradle-Strategie beflaggt werden, ökonomische Prozesse müssen als ein System geschlossener Stoffkreisläufe organisiert werden, die frei von Abfällen, Emissionen und Umweltschädigungen sind. Als drittes Element muss die Suffizienz hinzutreten, also ein MentalitätsweXel zu bescheidener Lebensweise. Den Konsum, den sich die westliche Welt angeeignet hat, werden wir nicht ohne erhebliche Naturzerstörung steigern können.

Zur Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad haben wir langfristig ein maximales CO2-Budget von 2,7 Tonnen pro Erdenbürger jährlich zur Verfügung. Ein Flug von Frankfurt nach Washington verursacht 4 Tonnen. Jeder Deutsche liegt zurzeit bei gut 11 Tonnen. Daneben haben wir die intragenerative Verpflichtung, den Ländern des Südens mehr CO2-Ausstoß zuzugestehen, wenn wir die globale Gerechtigkeit ernst nehmen. Somit ist sicher, dass es technisch allein nicht machbar ist, die Klimaziele zu erfüllen. Sie müssen flankiert werden von suffizienter Lebensweise.

Die beschriebene Energiewende sehe ich nicht. Der mit Macht durchgedrückte Ausbau der Windkraft trägt niX zur Energiewende bei. Letztes Jahr wurden Zweidrittel des erzeugten Windstroms ins Ausland exportiert, derweil hier die fossilen und atomaren Kapazitäten nicht abgebaut wurden. Der Strom-Exportüberschuss lag 2017 mit 54 TWh so hoch wie noch nie zuvor. Das ist keine Energiewende, das ist reiner Kapazitätszubau zwecks Ermöglichung von Luxuskonsum!

Unterdessen ziehen die mafiosen Windkraftbeteiligungsfirmen übers Land, wedeln mir ihrem Geld und säen Zwietracht in der Bevölkerung. Der mal vorsichtig angedachte Weg, die Windkraft als Bürgerenergie zu organisieren, ist längst aufgegeben. Die neuen Heuschrecken fallen ins Hinterland ein, hofiert von Landes- und Bundespolitikern.

Das kann nicht der Weg sein und es gibt auch programmatische Ansätze, die häufig vergessen werden, an die ich aber gerne erinnere: „Nicht allein Fehlverhalten und Unwissenheit treiben in das Desaster. Vielmehr ist es der schrankenlose industrielle Wachstumswahn, der alle Regionen und Lebenswelten seiner aggressiven und expansiven Logik unterwirft. Seine Gier nach Stoffen und Energie, nach Landschaft und Zeit ist von keiner vorausschauenden Vernunft und Ethik gebremst und entzieht sich jeglicher Kontrolle […] Kurzsichtig wird in der Regel industriellen Verwertungsinteressen der Weg geebnet. Aufgabe und Pflicht des wirtschaftlichen Handelns bestehen deshalb darin, dringend Strukturen zu schaffen, in denen sich Selbsterhaltung und Sorge für sich selbst mit Fürsorge für andere und Rücksicht auf das gemeinsame Leben und die Natur verbinden“ (Grundkonsens B90/Die Grünen).

Die Frage ist schlicht: haben die Grünen im JESSENLAND diesen Grundkonsens auf dem Schirm?

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